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In dieser Ausgabe von Vitalissimo ist Moderatorin Nathalie Rocke zu Gast in der Tai Chi-Schule Bonn in Endenich.

Hintergrundinformationen zu Taijiquan:

Wie in vielen traditionellen chinesischen Kampfkünsten erlernen Anfänger zunächst üblicherweise die Grundlagen und Bewegungsprinzipien der Taijiquan, ohne dabei die Anwendung der Bewegungen im Kampf zu üben. Sofern sie überhaupt vermittelt werden, praktizieren meist erst fortgeschrittene Schüler die Anwendungen des Taijiquan als Selbstverteidigung, häufig erst nach einigen Jahren des Lernens.

Grundlagen

In den verschiedenen Stilen und Schulen werden verschiedene Basisübungen praktiziert, die dazu dienen, die Bewegungsprinzipien des Taijiquan zu erlernen. Häufig werden dabei Übungen aus Systemen des Qigong verwendet, die auf das Praktizieren des Taijiquan vorbereiten.

Form

Im Zentrum des Übens von Taijiquan steht meistens eine so genannte Form (chin. 套路, taolu), ein klar umschriebener Bewegungsablauf aufeinanderfolgender, meist fließender Bewegungen (vergleichbar einer Kata in den japanischen Kampfkünsten). Eine Form setzt sich aus mehreren Bildern bzw. Einzelbewegungen zusammen. Viele Formen werden deswegen nach der Anzahl ihrer Bilder benannt, so zum Beispiel die 24-Bilder-Form (Pekingform) oder die 37-Bilder-Form nach Zheng Manqing (chin. 鄭曼青, W.-G. Cheng Man-ch’ing, 1899-1974). Die längsten Formen haben über 100 Bilder. Die Ausführung der Form kann von wenigen Minuten bis zu eineinhalb Stunden dauern, je nach Anzahl der Bilder und Geschwindigkeit der Ausführung. Obwohl Taijiquan-Formen meistens langsam und ruhig ausgeführt werden, kann es je nach Stil, Form und Erfahrung des Übenden große Unterschiede geben.

Darüber hinaus herrscht Verwirrung im Umgang mit den Worten „Form“, „Bewegung“, „Bild“, „Movement“ und „Routine“. Im Deutschen bilden mehrere Bewegungen oder Bilder eine Form. Übersetzt in das Englische müsste man davon ausgehen, dass mehrere „Movements“ ebenfalls als „Form“ bezeichnet werden. Meist wird jedoch von mehreren „Forms“ (also Formen) gesprochen die eine „Routine“ bilden. Somit ist gerade für den Anfänger nicht immer leicht verständlich, ob nun bei einer Form von der gesamten Taolu oder nur einem Ausschnitt gesprochen wird.

Die 10 Grundregeln

Die folgenden zehn Grundprinzipien werden Yang Chengfu (W.-G.: Yang Cheng-Fu, 1883-1936) zugeschrieben und sollen beim Üben eingehalten werden:

  • Halte den Kopf aufrecht, um Deinen Geist zu entfalten
  • Lockere die Ellenbogen, damit die Schultern sinken
  • Brust und Rücken sollen entspannt sein
  • Lockere Deine Taille
  • Verteile das Gewicht richtig (Fülle / Leere)
  • Bringe Ober- und Unterkörper in Einklang
  • Deine Bewegungen sollen fließen
  • Verbinde den Geist mit dem Körper
  • Gebrauche Yi (Intention, Absicht), nicht rohe Kraft (Muskelkraft)
  • Suche die Ruhe in der Bewegung und die Bewegung in der Ruhe

(Quelle:Wikipedia)